Presseberichte

Kassels-Bauern in der GT vom 17. März 2007

Foto Mitglieder der "Rindergilde Kassselgrund" kümmern sich um 20 Galloway Rinder - Unterhaltsame Beiträge im Internet

Markus Wimmer BIEBERGEMÜND. "Eigentlich wollen wir alle nur Schlepper fahren", sagt Armin Vetterling, grinst schelmisch und fügt hinzu: "Nein, das spielt sicher eine Rolle, aber es ist natürlich nicht der einzige Grund für unser Hobby." Vetterling gehört zu "Kassels Bauern", einer Gruppe, in der alle, bis auf einen, Hobbylandwirte sind.

Als Mitglied der "Rindergilde Kassselgrund" kümmert sich Vetterling gemeinsam mit Gleichgesinnten um 20 Galloway Rinder, die auf den Wiesen rund um die Günthersmühle auf der Weide stehen. Außer der Rindergilde gibt es noch "die Burkfurth-Gang" , "die Riegers" und verschiedene Einzelkämpfer, die zusammenarbeiten, wenn es nötig ist. "Wenn man das hobbymäßig betreibt, ist man auf die Talente und Hilfe der anderen angewiesen, daraus ist über die Jahre eine gute Gemeinschaft erwachsen", erläutert Vetterling. Wir sitzen im Büro des selbstständigen EDV-Dienstleisters und sprechen über die Website "www.kassels-bauern.de", die auf unterhaltsame Weise über die Aktivitäten der Kasseler Freizeitlandwirte berichtet. Armin Vetterling ist der Webmaster und für Texte und Gestaltung verantwortlich. Wer die Seite aufruft, kann dort Berichte übers Heumachen, SchlepperRestaurierung oder den tieferen Sinn von teuren Fettpressen lesen. Menschen, Tiere und Maschinen werden dort vorgestellt. "Das mit den alten Schleppern ist schon eine Mode. In vielen Dörfern gibt es inzwischen Liebhaber alter Landmaschinen, doch wir arbeiten auch mit den Geräten, das sind keine Museumsstücke", betont der Kasseler.

Gefährliche Hörner

20 Rinder hält die "Rindergilde" auf den Weiden im Kasselgrund und die brauchen reichlich Futter, gerade im Winter. Dementsprechend wichtig sei es, genügend Heu vorrätig zu haben, erklärt Vetterling, weshalb das Heumachen auch eine der wichtigsten Arbeiten im Jahr sei. "Lassen Sie uns einfach mal raus fahren, da bekommen Sie ein Bild von unserer Arbeit" schlägt er vor, und wir machen uns auf den Weg in den Kasselgrund, wo wir Alois Bartussek treffen. "Die Rinderzüchterei hier hinten im Kasselgrund hat ihren Ursprung in der Geschichte," erklärt Bartussek, der jahrzehntelang Revierförster in Kassel war. "Das Revier hier ist relativ groß und deshalb war der Förster früher dazu verpflichtet, Pferde zu halten. Mit deren Hilfe konnte er, beritten oder mit der Kutsche, seine Revierkontrollen durchführen." Die Wiesen im Kasselgrund sind so genanntes Forstdeputat, auf dem früher die Pferde des Försters gehalten wurden. Heute steht eine Herde Galloways auf den Wiesen, mächtige Tiere, die Urwüchsigkeit ausstrahlen und ganzjährig im Freien bleiben. Bis in die frühen 80-er Jahre war das Land an einen Landwirt verpachtet, der darauf Kühe hielt. Nachdem dieser seinen Betrieb aufgegeben hatte, drohten die Wiesen zu veröden. "Wir haben damals zuerst Schottische Highlandrinder angeschafft, das sind diese Zottelrinder mit den imposanten Hörnern und die waren auch das Problem", sagt Bartussek und lacht verschmitzt. Diese Freilandrasse hat ihre natürlichen Instinkte bewahrt , was es sehr schwer macht, sie einzufangen oder zusammenzutreiben. Auch ist der Schutzinstinkt für Jungtiere bei den Tieren sehr ausgeprägt und es ist nicht ungefährlich, sich ihnen zu nähern. Die mächtigen Hörner wurden den Hobbyzüchtern dann auch zu bedrohlich und die Highlander wurden nach und nach abgeschafft.

Humanes Ende

Als Alternative wurden Galloways auserkoren: "Die sind auch sehr robust, haben aber keine Hörner, was es sicherer macht, mit ihnen zu arbeiten", erklärt Bartussek. Scheu seien die Rinder trotzdem, das Anbringen neuer Ohrmarken für die neugeborenen Kälber stelle für die Freizeitlandwirte immer wieder eine Herausforderung dar. Wenn es ans Schlachten geht, beschreitet man im Kasselgrund deshalb ungewöhnliche Wege: Die Tiere werden unter Aufsicht eines Tierarztes auf der Weide geschossen. "Normalerweise müssten wir sie einfangen und in den Schlachthof nach Frankfurt fahren. Das bedeutet für die Tiere sehr viel Stress, der sich selbstverständlich auch auf die Fleischqualität auswirkt", begründet der ehemalige Förster diese Vorgehensweise. Indem sie auf der Weide geschossen werden, erspare man den Tieren diesen Stress und sorge für ein humanes Ende. All zu oft muss Bartussek nicht zur Büchse greifen, das Fleisch der Tiere ist in der Regel für den Eigenverbrauch bestimmt, und mehr als zwei bis drei Tiere pro Jahr finden selten ihren Platz in der Kühltruhe. Um die Genvielfalt zu erhalten, muss der Bulle der Herde alle zwei Jahre verkauft oder getauscht werden, ansonsten bleiben die Jungtiere mit ihren Müttern zusammen im Herdenverband. Wenn man die Kosten und den "Ertrag" vergleiche, rechne sich das natürlich nicht, erklären Bartussek und Vetterling gleichermaßen. Letztendlich sei die Rinderzucht für sie nur ein Hobby, das den Umgang mit Tieren, Technik und der Natur beinhalte. Auch das Thema Schweinezucht steht immer wieder auf der Tagesordnung bei den Stammtischtreffen, bislang scheuen die Hobbybauern jedoch noch den Aufwand. Dass es eine Freilandrasse sein müsse, liege auf der Hand, meint Armin Vetterling. Man habe auch schon eine Sorte ausgesucht. "Bisher allerdings hat sich noch keiner unter uns gefunden, der den Schweinehirt geben möchte."

Kassels-Bauern in der GNZ vom 9. Januar 2004

Kassels-Bauern in der GNZ

Unverhofft stolperte ein Redakteur der Gelnhäuser Neuen Zeitung über Kassels-Bauern.de und verfasste einen Artikel, mit durchschlagendem Erfolg. Die Besucherzahlen haben sich seitdem nahezu verdoppelt. Ich bin mal gespannt wann sich das Fernsehen meldet und womöglich eine Live-Übertragung von der Heuernte machen will.

Auf besonderen Wunsch eines Einzelnen können Sie sich hier den Artiklel anzeigen lassen, aber Achtung, der Scan ist recht groß und braucht ein wenig Geduld.


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