Kartoffelmaschinen oder die Theorie des Kartoffelanbaus

Wir wollen uns ja nicht ständig wiederholen, aber wir betreiben Ackerbau und Viehzucht nur aus Jux und Dollerei, auch wenn verschiedene Ämter und Genossenschaften was anderes annehmen.

Nichts desto trotz wollen wir an dieser Stelle die logische Abfolge des Kartoffelanbaus und den Einsatz der damit verbundenen Gerätschaften dokumentieren. Dies zum einen als Hilfe für interessierte Neueinsteiger und zum anderen als Gedächtnisstütze für vergessliche Webmaster.

Im Frühjahr beginnen wir auf dem Acker mit dem Ausbringen von Stalldung. Die dazu notwendigen Miststreuer sind unter Hänger und Geräte hinreichend beschrieben. Der Mist wird dann einige Wochen später von professioneller Hand mit einem ausreichend groß dimensionierten Pflug unter die Erde gebracht.

Fräse Kurz vor dem Stecken der Steckkartoffeln wird der Acker dann gefräst. Damit wird die Erde in kleine Krümel geschlagen, den Kartoffeln gefällt diese Umgebung besser, als die grobscholligen Krumen nach dem Pflügen.


Steckmaschine Im nächsten Schritt werden dann die Kartoffeln gesteckt. Dies passiert so pi mal Daumen Ende April. Dazu bedienen wir uns einer Steckmaschine, besetzt mit zwei Mann, die im Gleichtakt die Steckkartoffeln aus dem Vorratsbehälter durch die zwei Rohre in die Furche fallen lassen.


Automatische Steckmaschine Alternativ dazu steht eine vollautomatische Steckmaschine zur Verfügung. Diese arbeitet mit zwei Vorratsbehältern in denen jeweils ein Paternoster die Kartoffeln in die Furchen befördern. Detailaufnahme der automatischen Steckmaschine


Nach dem Stecken herrscht erstmal Ruhe und man kann sich anderen Aufgaben, wie zum Beispiel dem Reparieren der Maschinen oder dem Heumachen widmen. Bis, ja bis die Erdäppel so ein klein bischen aus dem Erdreich herausgucken. Und dann geht die Scheiß-Arbeit mit dem berüchtigten Kartoffelkratzen los. Hier haben ca. 100% ber im letzten Jahr beteiligten Bauern die Idee mit dem Acker verflucht. Mit Hacken aller Art bewaffnet geht man hier dem wuchernden Unkraut zu Leibe. Und dies in einem Tempo, dass man meint, die Jahreszeiten ändern sich schneller wie das Vorwärtskommen. Aber solange die Sonne scheint wird man bei der Arbeit schön braun und allerdings auch schnell müde.

Icheler Die nächste ins Spiel zu bringende Maschine ist der Icheler. Sinn und Zweck des Gerätes ist es, den Boden zwischen den Dämmen aufzulockern. Ein Mensch benötigt Luft, die Kartoffel auch.
Über die Reihenfolge des Kratzens und Ichelens streiten sich die Geister. Alfred Schickel ist zum Beispiel der Meinung, dass man zuerst Ichele sollte, das Unkraut wird dabei schon zum Teil herausgerissen und man tut sich beim Kratzen in dem aufgelockerten Boden wesentlich leichter. Die Argumentation leuchtet ein, hier seien die Leser aufgefordert eigene Erfahrungen zu machen.


Fiercheler Sobald die Pflanzen eine gewisse Höhe haben, kommt der Fircheler ins Spiel. Die Aufgabe: den Damm um die Kartoffeln aufzuschütten, damit die Kartoffeln im Erdreich Platz zum Wachsen bekommen und aus dem Erdreich entsprechende Nährstoffe herausziehen können.


Das wichtigste Werkzeug bei der ganzen Geschichte sind die Hände. Die werden mehrfach hart rangenommen. Noch vor dem Ichelen werden die Reihen vom Unkraut befreit. Mit Hacken aller Art ziehen die Kartoffelbauern wie Sträflinge durch die Reihen und das nur, weil wir gänzlich auf Chemikalien verzichten wollen. Einen Vorteil hat die Schufterei auf jeden Fall, die Sonnenanbeter unter uns werden schön braun, ein Urlaub ist daher nicht nötig.
Erschwerend kommt der größte Feind der Pflanzen dann auch noch hinzu, der gefürchtete Kartoffelkäfer und dessen Larven.

Lanz LK30 Roder Das Beste kommt zum Schluss. Bei der Ernte haben wir einmal den vom Webmaster höchstpersönlich in stundenlanger, mühseliger Kleinarbeit renovierten Kartoffelernter Lanz LK30 probiert. Wann das Ding gebaut wurde kann ich nicht sagen, jdenfalls funktioniert der Kartoffelteufel noch wie am ersten Tag. Mit sanfter Gewalt schleudert das eisenbereifte Ungetüm die Knollen aus dem Damm. Rüttelmaschine


Alternativ zum LK30 steht standardmäßig ein bei uns Rüttler genanntes Gerät zur Verfügung. Der lässt die Kartoffeln mit der Erde über ein von der Zapfwelle geschütteltes Sieb laufen und legt das Erntegut seitlich ab. Bücken muss man sich dann so oder so. Meistens sogar zweimal, nämlich dann wenn der Schum mit Schuhgröße 49 zu nah an den aufgestellten Säcken vorbei stampft und durch das dadurch verursachte Erdbeben die Säcke einfach umfallen.