GPS Navigation in der Landwirtschaft

Etrex Venture 2000 Jedes Jahr in der Heusaison gibt es das gleiche Theater. 'Fahr mal in die 50, dort liegen noch drei Ballen.' Es folgt meinerseits, etwas unsicher, mit gen Nordwest ausgestrecktem Arm ein fragender Blick in die Runde. Allgemeines Kopfschütteln ist üblicherweise die Antwort.
Also gut, oft habe ich keine Ahnung, wo diese verdammten Wiesen zu finden sind. Wegbeschreibungen habe ich bis zum Anlassen des Motors wieder vergessen, Schilder gibt es keine, Leute die ich nach dem Weg fragen kann sind mitten im Wald eher selten anzutreffen, treffe ich welche, schütteln die auch nur mit dem Kopf.
Mangelnder Orientierungssinn führt dabei jährlich zum gleichen Drama. Die Wiese wird wie beim Schreibmaschinen-Tippen im Einfingersystem eingekreist wie die Buchstaben auf der Tastatur. Dabei kommt es natürlich zu einer ungemeinen Ressourcenverschwendung. Ich verbrate dabei unnötig Treibstoff und Arbeitszeit die woanders besser einzusetzen wäre.
Aber mangelnde Hirnsubstanz lässt sich heute recht einfach durch Technik ausgleichen, jedenfalls bedingt.

Nachdem ich einmal recht intensiv die Infos zu GPS unter www.das-rad-ruft.de gelesen habe, dachte ich mir, ein solcher Empfänger kann auch hilfreich bei der Suche nach im Wald versteckten Wiesen sein.
Die Funktionsweise dieser Geräte ist im Groben recht einfach erklärt. Anhand von 25 im All verteilter Satelliten, deren Umlaufbahn so organisiert ist, dass 12 der Satelliten immer über dem Horizont stehen, bestimmt ein solcher Empfänger bis auf ca. 7 Meter genau die momentane Position auf unserem Erdball.
Dies allein bringt mich aber immer noch nicht auf die Wiese. Deshalb bieten die Geräte wesentlich mehr. Anhand digitalisierter Karten auf CD-Rom kann ich dem GPS-Empfänger vom PC aus eine zu fahrende Route programmieren. Zuckele ich dann los, brauche ich nur noch auf das Display des Empfängers zu sehen und dem Pfeil zu folgen.
Eine grandiose Erfindung, zumal das Gerät noch in der Lage ist, eine beliebige gefahrene Strecke umzukehren, so dass der Heimweg absolut kein Problem mehr darstellt.

Gespeicherter Track Eine vom e-Trex aufgezeichneter Track ist auf dem rechten Bildchen dargestellt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Fahrt zur Waldwiese Nummer 50 sondern um eine Fahrt Richtung Aschaffenburg.


Aus oben genannten Gründen kaufte ich mir einen GPS-Empfänger der Marke Garmin im Handyformat. Genauer gesagt handelt es dabei um einen eTrex-Venture 2000. Nun fahre ich einen Schlepper ohne Hydraulikanlage, dafür aber ausgestattet mit Satellitennavigation und mobiler Stereoanlage, nicht schlecht. Wo ich das Notebook noch unterbringen soll, ist mir ein echtes Rätsel. Es führt irgendwie an einem größerem Schlepper kein Weg mehr vorbei, ein reines Platzproblem.

Reisecomputer Wichtig für einen Schlepper ohne jegliche Anzeigen, sehe ich einmal von einem Öldruckmessgerät ab, ist auf jeden Fall die Funktion "Reisecomputer". Hier kann der etrex mit jedem Bordcomputer eines PKW mithalten. Reisecomputer mit großer Anzeige Von der momentanen Geschwindigkeit über die durchschnittliche Geschwindigkeit bis zur Höchstgeschwindigkeit, der Reisezeit und der Standzeit, der gefahrenen Kilometer und der erwarteten Ankunftzeit am Ziel berechnet das kleine Gerät nahezu alles, was das Herz begehrt.
Die Anzeige ist dabei vielfältig konfigurierbar und nach einem Softwareupdate funktioniert das Ganze sogar mit deutschen Bezeichnungen.


Jagen und Fischen Interessant für Jäger und Angler ist die Funktion "Hunt & Fish". Hier zeigt der GPS Empfänger die besten Zeiten für die Jagd und den Fischfang an. Man beachte aber dabei, dass die Bedienungsanleitung ausdrücklich darauf hinweist, dass eine Jagd- oder Angelerlaubnis nicht von dem GPS Empfänger abhängt, sondern von den jeweils geltenden Gesetzen, abhängig vom Aufenthaltsort. Eine Garantie für einen erfolgreichen Schuss kann der Hersteller ebenfalls nicht übernehmen.