Hänger, Geräte und Wasserfässer

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Themenschwerpunkt der letzten Wochen bei Wasserfässern, Anhängern und Kartoffelroder lag. Um dem Rechnung zu tragen, sollen diese Schlepper-Anhängsel nun auf einer extra Seite vorgestellt werden, ansonsten verliere ich selbst den Überblick.

Fangen wir einmal mit der Vorstellung der Wassertransportbehäter an.

Unimog-Fass

 Gestell für Unimog-Fass Nach der Übereignung des Unimog-Wasserfasses bei der Wintergrillparty an Wolfram dauerte es bis zur Einsatzfähigkeit des Fasses keine vier Wochen. Ein paar Blechschlosserarbeiten zum Richten des Doms, ein paar Minuten zum Löten der Lecks und mehrere Stunden Arbeit beim Entrosten und Lackieren mussten allerdings schon investiert werden, um dem Fass das Attribut 'neuwertig' zu geben. Unimog-Fass


Fässer der Burkfurth-Gang

Der 2800 Liter Tanker Das Prachtstück in der Sammlung der Burfurthschen Fässer ist ein 2800 Liter Koloss. Mit einem 20 PS Schlepperchen sollte man allerdings nicht in Versuchung kommen, den Aparat bewegen zu wollen.
Schon die Anfahrt aus dem Vogelsberg war mit Haken und Ösen versehen. Da die Deichsel verbogen war, rollte das Fässchen mit einem Versatz von einem Meter hinter der Zugmaschine her. Dass der Transport ohne Unfall über die Bühne ging ist reiner Zufall gewesen. Nun gut, nach dem Richten der Deichsel sollte das Problem allerdings gelöst sein.


Richten der Deichsel am Tanker Weidefass

Ob das Zweitgerät der Burkfurther jemals endgültig dicht wird steht in den Sternen. Aber was soll's, auch Kunststoffschlosser wollen regelmäßig beschäftigt sein. Nachdem das Fass mehrfach nach hinten kippte, dort logischerweise jedesmal den Schwung mit der Selbsttränke abfangen musste, dieses auf Dauer aber nicht gutgehen konnte (man spricht hierbei von Materialermüdung) wurde das Fass kurzerhand um 180 Grad gedreht. Was auf dem Bild noch vorne zu sehen ist, befindet sich jetzt hinten. Der alte Wasserauslauf wurde zugeklebt, die Tränke auf der anderen Seite neu installiert. Damit der Hänger nicht mehr kippen kann, wurde ihm auch noch eine zusätzliche Stütze spendiert. Die Konstruktion ist aber, ohne übertreiben zu wollen, unter aller Sau. Man musste weiß Gott kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, die hält nicht. Ein um Hilfe rufender Telefonanruf hat übrigens die Meinung bestätigt. Das Fass stand wie eine zum Start bereite Rakete gen Himmel gereckt auf der burkfurthschen Koppel.


Anhänger der Rindergilde Kasselgrund

Der Mösbauer-Hänger Mitte Mai ist Vetterling Hänger lackiert. Kein Wunder, denn unter massivem Druck arbeitet man dann doch schneller. Hauptsache ist, der Hänger ist bei der anstehenden Heusaison einsatzbereit.
Seinerseits als Geschenk aus Somborn mitgebracht, hat der umgebaute Mössbauer im Prinzip mir persönlich mehr Ärger als Nutzen gebracht. Abgeholt habe ich das Subjekt zusammen mit Wolfram und natürlich dem Unimog. Der war bei der Anreise beladen wie ein Werstattwagen. Seile, Wagenheber, Kompressor und diverse andere Werkzeuge haben allerdings nichts gebracht. Die Reifen waren definitiv am Arsch. Daher wurde der Hänger mit vier platten Reifen zunächst aus der Scheune zu einem Reifendienst mitten durch ein Wohngebiet gezerrt. Dort bekam er mangels Alternative vier Mercedes-Benz Reifen verpasst inklusive der notwendigen Felgen, zugelassen bis Tempo 220. Daheim angekommen hat der Apparat dann mangels funktionierender Bremsen zwei Hauswände lädiert, zum Glück nicht die eigenen.

Langholzhänger Der Langholzhänger der Kasselgrunder fristet ein trostloses Dasein. Hier drängt sich die Investition in ein paar Liter Grundierung und Lack nahezu an. Ob die Karre allerdings das Geld und die Arbeit wert ist darf berechtigt bezweifelt werden.


Aller Anfang ist schwer Auch unser Nachwuchs, noch mit Begeisterung bei Ackerbau und Viehzucht dabei, will sich nicht lumpen lassen und geht seine eigenen Projekte an. Inspiriert von der allgemein um sich greifenden Renovierungeuphorie diverser Hänger, hat es dem Nachwuchs eine in der Scheune versteckte Karre angetan.


Begeistertes Arbeiten Die Vorgehensweise haben die Jungs von uns übernommen. Zuerst wird alles was im Wege erscheint demontiert. Dann folgen die üblichen Schleifpapierorgien, die Panscherei mit der Grundierung und dem Auftragen der Lackschicht. Das Verhältnis von Arbeitszeit und Reinigungszeit der Hände und Kleidung liegt dabei allerdings in der Größenordnung von Eins zu Eins. Aber wenn dann voller Stolz auf die geleistete Arbeit die erste Testfahrt erfolgt, vergessen selbst die geplagten Eltern die Minuten mit Pinselreiniger und Seife am Waschbecken. Die erste Ausfahrt mit dem Hängerchen


Miststreuer im Allgemeinen

Stalldungstreuer Miststreuer sind herliche Geräte, die man hervorragend im Acker oder auf nassen Wiesen versenken kann. Da dieses Manko alleine nicht ausreicht, bieten die Geräte noch viel mehr Überraschungen. Die Miststreuer sind von ihrer Technik her komplizierter als man ahnt. Antriebswellen, Kettenantriebe und Rutschboden bieten zig Möglichkeiten für Reparaturen.


Die Renovierung des Kasselgrundschen Streuers


4S mit Miststreuer Die Geschichte fängt eigentlich recht harmlos an. Die Gäule bleiben ab sofort auf der Koppel, dass heißt die Ställe werden vorerst nicht mehr gebraucht und können dementsprechend ausgemistet werden.
Beim Entladen des ganzen Mistes fällt dann auf, dass der Kratzboden nicht mehr richtig läuft, es wird etwas von Nachstellen der Ketten und Kürzen der Kette geredet und schon geht die Misere los.


Miststreuer fast demontiert Um die Technik besser begutachten zu können, wird zunächst einmal das Streuwerk abgebaut. Noch besser kann man den Schaden begutachten, wenn auch die Bordwände den geübten Blicken der Mechaniker nicht mehr im Wege stehen, also runter damit. Der letzte Nagel im Sarg war, so glaube ich, die Bemerkung " Ein wenig Lack und der Apparat sieht so gut wie neu aus."


Miststreuer komplett auseinandergenommen Anfang August ist er es auch. Wenn uns jemand Schleifpapier, Pinsel oder Farbe zeigt, muss er zumindest mit ein paar derben Worten rechnen. Wir jedenfalls können das Zeug nicht mehr sehen und riechen. Die Renovierung eines landwirtschaftlichen Hängers, der Kartoffelmaschine und die des hier beschriebenen Stalldungstreuers lassen nun einmal eine akute Unlust für weitere Schleif- und Pinselorgien.
Aber die Schufterei hat sich gelohnt. Das Fahrgestell glänzt wie neu gekauft. Die Bodenbretter sind natürlich ebenfalls neu eingebaut worden, genauso wie die Zahnräder und Ketten für den Antrieb des Kratzbodens. Eigentlich ist der Hänger jetzt viel zu schade um Pferde- und Kuhmist auf den Äckern zu verteilen.


Fertig renoviert Erwähnen sollte man hier auch einmal die Technik der Hängers. Die ist raffinierter, als ich es mir in kühnsten Träumen vorstellen konnte. Es gibt Hebel zum Einschalten des Kratzbodens, klar. Der kann allerdings auch rückwärts laufen. Eine ideale Lösung, wenn man den Streuer in einem engen Stall nur von hinten beladen kann. Zapfwelle ein und der ganze Mist kann einen Meter zurück gefahren werden, um Platz zu schaffen. Sollte der Fahrer wieder einmal mehr im Morast eines Ackers versinken, ist die Antriebsachse hilfreich. So wird, sofern man einen Allrad-Schlepper vorgespannt hat, der Zug zu einem mit sechs Rädern angetriebenen Gefährt.


Heugeräte

Niedenthals Heuwender Die Heusaison ist die wichtigste Zeit des ganzen Jahres. Das wissen zwar alle Beteiligten, trotzdem kümmert man sich grundsätzlich erst kurz vor der Ausfahrt um den ordnungsgemäßen Zustand des Gerätes. Die erste Frage lautet meistens 'Is des Ding überhaupt abgeschmiert?'. Es folgt das übliche Fettpressen-Drama, nachzulesen unter Fettpressen.


Niedenthals Mähwerk Dann heißt es 'Lass mal laufen', mit dem Ergebnis, daß als nächstem nach einem großen Vorschlaghammer gebrüllt wird, um die auftretenden Klappergeräusche abzustellen. Dies liegt einfach daran, daß sich nicht jeder ständig neue Wender und Schwader leisten kann. Es ist also kein Wunder, daß bereits Ende März die Aufregung gar groß ist, ob denn alles funktionieren wird.
Trotz aller Hektik ist die Heusaison die schönste Zeit des Jahres. Den ganzen Tag auf dem Schlepper bei herlichem Sonnenschein und einer Flasche Wasser im Getränkedosenhalter.

Wieseneggen zum "Schlahfe"

Wiesenegge beim Schweissen Wie wir schon mehrfach angedeutet haben, interessieren uns prinzipiell Ackerbau und Viehzucht gar nicht. Wir betreiben unser Hobby eigentlich nur, um uns mit diversen Reparaturen zu beschäftigen, so auch mit dem Richten der kasselgrundschen Wiesenegge. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich, was kann an solch einem Ding kaputt gehen? Scheinbar ne ganze Menge, und dass obwohl aus ein paar eisernen Ringen und ein paar Ketten nichts, aber auch wirklich nichts dran ist. Keine Mechanik, keine Elektrik oder Elektronik ist zu sehen, trotzdem schaffen es immer wieder Schlepperaktivisten die Egge derartig zu malträtieren, dass stundenlanges Hämmern, Biegen und Schweißen angesagt ist. Den Jagdgenossen geht es übrigens oftmals auch nicht besser. Deren Egge wird ebenfalls ab und an in einem desolaten Zustand abgestellt. Vielleicht sollte man den Fahrern doch einmal deutlich machen, dass die meisten Geräte in ausgeklapptem Zustand meist breiter wie der Schlepper sind und ein paar Zentimeterchen seitlich herausragen.